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Literatur der BRD

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Title: Literatur der 1950er Jahre Author: Pinkwart,Rene Last modified by: Radchenco Created Date: 1/26/2006 2:36:37 PM Document presentation format – PowerPoint PPT presentation

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Tags: brd | der | hybris | literatur

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Title: Literatur der BRD


1
Literatur der BRD
  • Vorlesung 18

2
Epochenabgrenzung, Begriffe
  • Stunde Null eigentlich militärischer Ausdruck,
    er suggeriert, dass die Literatur neu beginnt
    (eine neue Zeitrechnung). Der Begriff ist jedoch
    nicht ganz so klar, da rechte Schriftsteller
    weiterhin publizierten und Preise erhielten. (zb.
    Max Mell)

3
1. Phase (1945-1950)
  • Sogenannte Trümmerliteratur
  • Verarbeitung des Krieges
  • Hauptgattung Kurzgeschichte
  • Autoren
  • Wolfgang Borchert (1921-1947)
  • Heinrich Böll (1917-1985)
  • Wolfdietrich Schnurre (1920-1987)
  • Paul Celan (1920-1970)
  • Gruppe 47 lose Vereinigung engagierter
    Schriftsteller
  • Hans Werner Richter (1908-1993)
  • Alfred Andersch (1914-1980)
  • Walter Jens (1923)
  • Martin Walser (1923)
  • Ingeborg Bachmann (1926-1973)
  • Günter Eich 1907-1972)

4
2. Phase (50er Jahre)
  • Kritik an der Wohlstandsgesellschaft
  • Verdrängung der NS - Vergangenheit
  • manipulierten Kulturindustrie
  • Verquickung der Kirche mit der Macht
  • Formale Experimente
  • Rückblende
  • Innerer Monolog
  • Montagetechnik
  • Literatur Literaturgeschichte
  • Autoren
  • Heinrich Böll (1917-1985)
  • Friedrich Dürrenmatt (1921-1990)
  • Max Frisch (1911-1991)
  • Martin Walser (1927)

5
3. Phase (60er Jahre)
  • Aufbrechen der unbewältigten Vergangenheit
  • Verlust der Selbstsicherheit der Aufbaujahre
  • Politisierung und Engagement vieler
    Schriftsteller
  • Autoren
  • Alfred Andersch (1914-198O
  • Siegfried Lenz (1926)
  • Peter Weiss (1916-1982)
  • Günter Grass (1927)
  • Hans Magnus Enzensberger (1929)
  • Rolf Hochhuth (1931)
  • Uwe Johnson (1934-1984)

6
4. Phase (70 und 80er Jahre)
  • Besinnung auf das eigene Ich
  • Neue Subjektivität und Neue Innerlichkeit
  • Autobiographisches Erzählen
  • Distanz zum politischen Engagement
  • Suche nach persönlicher und geschichtlicher
    Identität
  • Autoren
  • Thomas Bernhard (1931-1989) Walter Kempowski
    (1929)
  • Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) Heinar
    Kipphardt (1922-1982)
  • Friedrich Christian Delius (1943) Sarah Kirsch
    (1935)
  • Tankred Dorst (1925) Karin Kiwus (1942)
  • Ingeborg Drewitz (1923-1986) Ursula Krechel
    (1947)
  • Ulla Hahn (1946) Franz Xaver Kroetz (1946)
  • Peter Härtling (1933) Günter Kunert (1929)
  • Peter Handke (1942) Adolf Muschg (1934)
  • Ludwig Harig (1927) Arno Schmidt (1914-1979)
  • Helmut Heißenbüttel (1921) Wolfdietrich Schnurre
    (1920-1989)
  • Rolf Hochhuth (1931) Botho Strauß (1944)

7
1945-49
  • Österreich und Deutschland bestand aus 4
    Besatzungszonen (Russen, Engländer, Franzosen,
    Amerikaner). Der Marshall-Plan unterstützte die
    westlich besetzten Gebiete also finanzielle
    Unterstützung von 17. Milliarden Dollar.
  • Österreich 1955 erreicht Ö. Souveränität durch
    den Staatsvertrag.
  • Kahlschlag setzte auf Minimalisierung
  • Trümmerliteratur
  • Emigrantenstreit Die Rückkehr der Emigranten
    ging sehr langsam vor sich, sie kehrten nicht
    sofort nach Kriegsende wieder zurück. Unter
    Literatur aus der Schublade verstand man, die
    Romane der inneren Emigranten die
    Vergangenheitsbewältigung wurde mit
    mythologischen Mitteln geschrieben. Oft Odysseus
    als äußerer Emigrant also als Kriegsheimkehrer
    vor allem in der Lyrik.

8
1949-1968
  • Ausschlaggebend für diese zeitliche Eingrenzung
    ist die Adenauer-Ära (also keine Experimente...).
    Dies führte zum Konsumaufschwung/Wirtschaftwunder
    in Deutschland.
  • In Österreich waren ÖVP und SPÖ. In der 68er
    Studentenrevolution endet diese Periodisierung.
  • Kalter Krieg Koexistinz eine Instanz die von
    den Hardlinern beider ... bekämpft wurde (wichtig
    für Biedermann).
  • 50er Jahre Ankunftsliteratur meint die
    realistische Darstellung in der Literatur.
  • Kurzgeschichte, Hörspiel vor allem Heinrich Böll
    steht für die Kurzgeschichte
  • 60er Jahre
  • Die Literatur wird politisiert es geht deutlich
    gegen die Schuldverdrängung der Nazizeit.
  • Das dokumentarische Theater (zb. Aussagen,
    Protokolle werden auf die Bühne gebracht.
  • Durch die Authentizität der Texte über
    Verbrechen ect. wird ein Schock bei den Zusehern
    erzeugt

9
1945-1949 Schreiben nach der Katastrophe
Die Politische Entwicklung
gt Teilung Deutschlands nach dem Potsdamer
Abkommen in vier Besatzungszonengt drei
westliche Besatzungszonen und die Ostzone
gt Aufbau kommunaler Selbstverwaltung gt
Zulassung politischer Parteien
gt Gründung der Bundesländer im Westen (1. Schritt
zur politischen Teilung) Grundlegung des
föderalistischen Systems, das bis heute besteht
gt Beginn des Kalten Krieges und der
Ost-West-Konfrontation
gt Währungsreform im Westen zur Beendigung der
Inflation
gt Grundgesetz und 1949 Gründung der
Bundesrepublik Deutschland gt erste freie
Parlamentswahlen, Sieg der CDU/CSU gt Konrad
Adenauer 1. Bundeskanzlergt FDP-Politiker
Theodor Heuß 1. Bundespräsident
10
Der Umgang mit der NS-Vergangenheit
gt Befürchtungen der Alliierten, dass es zu einem
militärischen Widerstand des NS nach der
Niederlage kommen könnte sie erweisen sich rasch
als unbegründet
gt Frage nach Kollektivschuld und Schuld des
Einzelnen (Karl Jaspers und andere)
gt Re-education-Programme der Alliierten
gt Entnazifizierungsverfahren (die Persilscheine)
gt Abwehr und Ausgrenzung des Widerstands
displaced persons Verweigerung der
Wiedergutmachung (z.B. an Sinti und Roma)
Verschwinden des jüdischen Lebens wird hingenommen
gt Erneute Etablierung der alten Führungseliten in
Staat und Gesellschaft (Wirtschaft, Justiz,
Verwaltung, Wissenschaft, Presse,
Erziehungswesen, dann Politik und später Militär)
gt Verschweigen,Verdrängen
gt Demokratie ohne Demokraten ?
11
Gründung der BRD Positive Momente
gt Das Grundgesetz ein Rahmen, der gefüllt
werden muss
gt Interessenverbände schaffen politisches
Gleichgewicht Kirchen , Gewerkschaften, Vereine
werden zu einem wichtigen Bereich im
Nachkriegsdeutschland
gt Eine kritische Öffentlichkeit entsteht (Freie
Presse)
gt Eine kritische Kultur entsteht
gt Wirtschaftliche Intervention der Weltmächte
der Marshall Plan zum Wiederaufbau eröffnet
materielle Lebensperspektiven
12
Der Dritte Weg
Alfred Andersch (1914-1980)Zeitschrift Der
RufDas junge Europa formt sein Gesicht
Programm eines sozialistischen Humanismus
wirtschaftliche Gerechtigkeit individuelle
Freiheit Demokratie durchaus religiös geprägt
Diese Verbindung prägt die Programme der
politischen Parteien (auch der CDU), nicht aber
die ökonomische Wirklichkeit in den Westzonen
Intellektuelle Vordenker finden sich auch
Sartre, Camus
13
Die Innere Emigration
gt Spielte eine entscheidende Rolle in der
Nachkriegsliteratur
gt Eigener Anspruch, in der Zeit des NS die
Dichtung bewahrt und reingehalten zu haben
gt Diese Schriftsteller setzen sich in der
Nachkriegszeit unmittelbar durch sie sind der
Antimoderne zuzurechnen, pflegen eine gehobene
Gesinnungsprosa und setzen ihren Geist gegen
den herrschenden Materialismus
gt Zu nennen sind Hans Carossa (1878-1956), Georg
Britting (1891-1964), Josef Weinheber
(1892-1945), Gertrud von le Fort (1876-1971),
Werner Bergengruen (1892-1964) und Ernst Wiechert
(1887-1950)
gt Gründe ihres Erfolgs
- das bildungsbürgerliche Publikum teilt ihre
ästhetischen Normen und Werte
- sie bieten ein größeres Identifikationspotential
als die Exilautoren
- sie halten Verarbeitungsmuster bereit, die den
Einzelnen exkulpierten NS wird der Moderne
subsumiert
- sie leisten eine semantische Umcodierung (statt
als Verbrechen wird der NS als Krise des
Abendlandes gedeutet usw.)
14
Innere Emigration und Thomas Mann
gt Debatte um die Rückkehr Thomas Manns Verlief
nach einem bis heute wiederkehrenden Muster der
Aufrechnung von politischen Taten des NS gegen
persönlich erlittenes Unbill (das Mann nicht
erlitten habe ...)
gt Frank Thiess (1880-1977) Vertreter der Inneren
Emigration Gegner Thomas Manns Thiess schrieb
Es war schwerer, sich hier seine Persönlichkeit
zu bewahren, als von drüben Botschaften an das
deutsche Volk zu senden (...)
gt Thomas Mann antwortete, dass Bücher, die in
Deutschland zwischen 1933 und 1945 veröffentlicht
werden konnten, weniger als wertlos und nicht
gut in die Hand zu nehmen seien
gt Hermann Hesse stellte sich auf die Seite Th.
Manns
15
Die Exilliteratur bleibt draußen
gt Den Autoren, die das andere Deutschland
repräsentiert hatten, wurde in den Westzonen die
Anerkennung verweigert
gt Die meisten Exilautoren gingen nach dem Krieg
nicht in die Westzonen, sondern in die SBZ (B.
Brecht, A. Seghers, H. Mann stirbt kurz vor der
Abreise dorthin)
gt Thomas Mann geht in die Schweiz, Alfred Döblin
nach Frankreich
gt 1946 Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse sie
zeigen die Uneinsichtigkeit der Täter (sie
berufen sich auf Gehorsamspflicht und
Befehlsnotstand) die Prozesse sind entmutigend
für die Opfer wie auch für die Exilschriftsteller
16
Weitere Strömungen in der Nachkriegsliteratur
gt Traditionalistische Konzepte
gt Magischer Realismus
gt Die junge Generation (Gruppe 47)
gt Wiederkehr der Moderne a) amerikanische
Literatur b) französischer Existentialismus c)
die Paradigmatisierung Franz Kafkas
17
Traditionalistische Konzepte
Vertreter dieser Richtung Gottfried Benn
Ernst Jünger Georg Friedrich Jünger Erhard
Kästner
18
Magischer Realismus
Autoren dieser Richtung Ernst Kreuder
(1903-1972) Hermann Kasack (1896-1966) Elisabeth
Langgässer (1899-1950)
19
Die junge Generation (Gruppe 47)
Autoren Alfred Andersch (1914-1980) Heinrich
Böll (1917-1985) Wolfgang Borchert
(1921-1947) Walter Kolbenhoff (1908-1993) Luise
Rinser (1911-2002) Wolfdietrich Schnurre
(1920-1989) Günther Weisenborn (1902-1969)
Wolfgang Weyrauch (1907-1980)
20
Sechs Strömungen der westdeutschen
Nachkriegsliteratur(SchriftstellerInnen -
Überblick)
gt Innere Emigration Werner Bergengruen, Georg
Britting, Hans Carossa, Gertrud von le Fort,
Frank Thiess, Josef Weinheber, Ernst Wiechert
gt Exilliteratur Alfred Döblin, Heinrich Mann,
Thomas Mann
gtTraditionalistische Konzepte Emil Barth,
Gottfried Benn, Ernst Jünger, Friedrich Georg
Jünger
gt Magischer Realismus Ernst Kreuder, Hermann
Kasack , Elisabeth Langgässer
gt Die junge Generation (Gruppe 47) Alfred
Andersch, Heinrich Böll, Wolfgang Borchert,
Walter Kolbenhoff, Luise Rinser, Wolfdietrich
Schnurre, Günther Weisenborn, Wolfgang Weyrauch
  • gt Wiederkehr der Moderne
  • Amerikanische Autoren T.S. Eliot, William
    Faulkner, Ernest Hemingway, Eugen ONeill, Ezra
    Pound, John Steinbeck, Thornton Wilder, Tennessee
    Williams, Thomas Wolfe - Französischer
    Existentialismus Albert Camus, Jean Cocteau,
    Jean-Paul Sartre
  • - Paradigmatisierung Kafkas in Themen und Stil
    dt. Autoren aus mehreren Strömungen

21
Personen auf einen Blick
Konrad Adenauer (1876-1967), Bundeskanzler von
1949-1963
Theodor Heuss (1884-1963), Bundespräsident von
1949-1959
Gottfried Benn (1886-1956)
Karl Jaspers (1883-1969), Philosoph
Alfred Andersch (1914-1980)
Ernst Jünger(1895-1998)
Werner Bergengruen (1892-1964)
Alfred Döblin (1878-1957)
Thomas Mann (1875-1955)
Georg Britting (1891-1964)
Hermann Hesse (1875-1962)
Albert Camus (1913-1960)
Ernst Wiechert (1887-1950)
Jean-Paul Sartre (1905-1980)
Josef Weinheber (1892-1945)
Hans Carossa(1878-1956)
22
Theodor W. Adorno
  • . . . Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben
    ist barbarisch. . . .
  • Alle Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen
    Kritik sind Müll.

23
1945
  • 1945 Kein Nullpunkt !?
  • - Die Gruppe 47
  • - Mitglieder und Bedeutung
  • - Lesestoff und die Rolle der
    Literaten
  • - Erschienene Werke

24
1945 Kein Nullpunkt !?
  • großer Wunsch nach Neuanfang in Gesellschaft,
    Politik und Literatur
  • keine Stunde Null im kulturellen Bereich ?
    starke Verbundenheit mit Vergangenheit
  • Literaten fordern Aufarbeitung der Vergangenheit
    ? Kritik an Bevölkerung, die sich der
    Vergangenheit nicht stellt und verdrängt ?
    Kahlschlagliteratur
  • Viele Autoren durch Kriegserfahrungen
    traumatisiert, z.B. Paul Celan

25
Die Gruppe 47
  • Forum für literarische Diskussion
  • und Kommunikation sowie gesell-schaftliche
    Reflexion in 20
  • Jahren Nachkriegsdeutschland
  • Jährliche Treffen bei denen Lesungen z.T.
    unveröffentlichter Manuskripte und anschließende
    Kritik durch die Gruppenmitglieder erfolgten
  • Ziele
  • - Förderung von Autoren der noch
  • jungen Nachkriegsliteratur
  • - Neuanfang der Gesellschaft, Politik
  • und damit auch der Literatur
  • 1977 Auflösung durch Meinungsverschiedenheiten
    innerhalb der Gruppe

26
  • Gruppe aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrender
    Schriftsteller um Hans Werner Richter und Alfred
    Andersch bildet Zirkel um die Zeitschrift Der
    Ruf mit noch sehr politisch-kritischer
    Ausrichtung und einigen sozialistischen (aber das
    Sowjetsystem ablehnenden) Tendenzen (Andersch und
    einige andere waren ehemalige Kommunisten).
    Anliegen war vor allem
  • Sich von der Propaganda- und Sklavensprache zu
    befreien
  • Nullpunktsituation von 1945 überwinden
  • Kritik und Toleranz wieder neu zu erlernen
  • Neue Themen und neue Werte finden und
    beschreiben
  • Wegen der Kritik am Besatzungsregime und wegen
    angeblich nihilistischer Tendenzen Verbot des
    Ruf durch die Amerikaner nach bereits 7 Monaten
    im April 1947. Trotzdem weiter gehende
    schriftstellerische Tätigkeit von Andersch,
    Schnurre, Eich, Kolbenhoff u.a.. Überlegung, eine
    neue Zeitschrift zu gründen.
  • September 1947 erste Tagung der Gruppe unter
    dem patriarchalisch gehandhabten Mentorat Hans
    Werner Richters (stets persönliche Einladung per
    Postkarte!) am Bannwaldsee Lesungen der 17
    versammelten Autoren und unmittelbar
    anschließende Kritik der anderen Autoren am
    Gelesenen, die der Autor schweigend über sich
    ergehen lassen musste. Prozess der
    Sprachreinigung (Kahlschlag-Literatur).
    Geburtsstunde der literarischen Werkstatt Gruppe
    47.

27
Vielfalt der Stile
  • Naturmagische Gedichte / hermetische Gedichte /
    Trümmerliteratur / neue Formen des Realismus /
    Surrealismus / Existenzialismus / Nouveau Roman
  • Zunehmende Öffentlichkeit der Gruppe, zu der bis
    auf Koeppen, Kaschnitz und Arno Schmidt alle
    bedeutenden Autoren in Westdeutschland Kontakt
    hatten und in der alle neuen Talente (Bachmann,
    Grass u.v.a.) zu bekannten Schriftstellern
    wurden. Die Folge waren eine zunehmende
    literarische Macht der Gruppe sowie eine
    Professionalisierung der Kritik.
  • Der Teilnehmerkreis schwoll an er umfasste bald
    Schriftsteller, Literaturkritiker (Reich-Ranicki,
    J. Kaiser), Wissenschaftler (W. Jens, H. Mayer),
    Verleger (E. Rowohlt, S. Unseld), Lektoren usw.
  • Zunehmend dienten die Treffen der Gruppe 47 der
    Vermarktung der Bücher, der Werbung und der
    Vetragsbindung an Verleger. Unselds
    Suhrkamp-Verlag konnte 30 der Schriftsteller
    unter Vertrag nehmen und drohte die Gruppe in
    zwei Fraktionen zu spalten.
  • Zunehmendes politisches Engagement der Gruppe
    Protesterklärungen zur Ungarn-Intervention 1956,
    zur Atombewaffnung der Bundeswehr 1958, zum
    Mauerbau 1961, zum Vietnam-Krieg 1966.

28
Literarische Phasen
  • 1. Kahlschlag, Sachlichkeit (beschreibende Prosa)
    um 1950
  • 2. Surrealismus, magischer Realismus, Chiffren
    (Verweigerungspoesie) ab ca. 1952
  • 3. Gesellschaftskritik, Groteske,
    Vergangenheitsbewältigung (Ende der 50-er Jahre)
  • 4. Sprachkritik, Konkrete Poesie (E.
    Gomringer!) und Nouveau Roman (Anfang der 60-er
    Jahre)
  • 5. Neuer Realismus, dokumentarische Literatur
    (Mitte der 60-er Jahre)
  • Die letzten Jahre der Gruppe 47 waren geprägt von
    einer Welle der Politisierung und z. T. der
    Radikalisierung (Algerien-Krieg, Vietnam-Krieg,
    Persien. SPIEGEL-Affäre, Studentenproteste).
    Hierfür steht vor allem das Werk von Peter Weiss.
  • Die Tagung in Princeton 1966 beschleunigt diese
    Entwicklung. Neben der Notwendigkeit einer
    umstrittenen Stellungnahme zum Vietnam-Krieg
    wurde die Gruppe auch von innen kritisiert Peter
    Handke beschimpfte die Gruppe wegen ihrer
    Beschreibungsimpotenz und wies den Weg zur
    Neuen Innerlichkeit, der reflexiv-subjektiven
    Literatur.
  • Letzte Tagung der Gruppe in der Pulvermühle 1968
    von Studentenprotesten gestört. Die für 1969 in
    Prag in Aussicht genommene Tagung unterblieb aus
    Rücksicht auf die dortige politische Entwicklung.
  • Literatur
  • Grass, Günter Das Treffen in Telgte
  • Richter, Hans Werner Im Etablissement der
    Schmetterlinge. 21 Portraits aus der Gruppe 47

29
Mitglieder und Bedeutung der Gruppe 47
  • Mitglieder
  • Alfred Andersch Heinrich Böll Wolfgang
    Koeppen Peter Weiss Ingeborg Bachmann
    Johannes Bobrowski Paul Celan Hans Magnus
    Enzensberger Erich Kästner Martin Walser
    Wolfgang Weyrauch Günther Eich Günther Grass
    Marcel Reich-Ranitzki Hans Werner Richter
    (Initiator, Leiter)
  • Bedeutung
  • - für viele junge Autoren häufig Anfang der
    Berufsliteratenschaft
  • - Werbeträger und -forum, Marktplatz für ihre
    Publikationen
  • - Vergangenheitsbewältigung
  • - In einzelnen Werken Kritik an moderner
    westdeutscher
  • Konsumgesellschaft

30
Lesestoff und die Rolle der Literaten
  • Autoren sind gegen weltweite Aufrüstung
    behandeln diese Themen in ihrer Literatur
  • Autoren sehen sich als öffentliche Mahner
    engagieren sich, nehmen an Demonstrationen teil
    ? veröffentlichen ihren Widerstand
  • Autoren als Außenseiter angesehen
  • Bestseller Übersetzungen aus Ausland,
    Sachbücher, Triviales oft zu zeitgenössischen
    Themen
  • Viel gelesen neben Weimarer Klassikern prominente
    Romanciers wie Franz Kafka, Hermann Hesse, Thomas
    Mann, ferner Autoren der Inneren Emigration wie
    Ernst Jünger und Werner Bergengruen
  • politische Romane selten ? Ausnahme Das
    Treibhaus von Wolfgang Koeppen
  • ab 1950 Herausgabe von Taschenbüchern nach
    Vorbild der englischen Pocket-Books

31
Erschienene Werke
  • Wolfgang Koeppen
  • - 1951 Tauben im Gras
  • - 1953 Das Treibhaus
  • - 1954 Der Tod in Rom
  • Paul Celan 1952 Mohn und Gedächtnis
  • Friedrich Dürrenmatt 1952 Der Richter und sein
    Henker
  • Ingeborg Bachmann 1953 Die gestundete Zeit
  • Max Frisch 1957 Homo Faber
  • Günther Grass 1959 Die Blechtrommel
  • Heinrich Böll 1959 Billard um halb zehn

32
Thomas Mann
33
Der Erwählte und der Hochstapler
Vom Faustus zum Erwählten (1951)
34
Professor Thomas Mann, Pacific Palisades, 1945
35
Pacific Palisades Thomas Mann und Joseph
36
Rückblick Doktor Faustus (1943-1947) Dazu
Thomas Manns Werkstattbericht Die Entstehung
des Doktor Faustus. Roman eines Romans. (1949)
37
Deutschland und die Deutschen (1945) Eines mag
diese Geschichte uns zu Gemüte führen daß es
nicht zwei Deutschland gibt, ein böses und ein
gutes, sondern nur eins, dem sein Bestes durch
Teufelslist zum Bösen ausschlug. Das böse
Deutschland, das ist das fehlgegangene gute, das
Gute im Unglück, in Schuld und in Untergang.
38
(Dreizeilenplan, 7. Nb.,
Anfang 1904)
Zum Roman Der syphilitische Künstler nähert sich
von Sehnsucht getrieben einem reinen, süßen
Mädchen, betreibt die Ver- lobung mit der
Ahnungslosen und erschießt sich dicht vor der
Hochzeit.
39
Novelle oder zu Maja Figur des syphilitischen
Künstlers als Dr. Faust und dem Teufel
Verschriebener. Das Gift wirkt als Rausch,
Stimulans, Inspi-
ration er darf in entzückter Begei- sterung
geniale, wunderbare Wer- ke schaffen, der Teufel
führt ihm die Hand. Schließlich aber holt ihn
der Teufel Paralyse. Die Sache mit
dem reinen, jungen Mädchen, mit der er es bis zur
Hochzeit treibt, geht vorher.
(7. Nb., Ende
1904)
40
  • Doktor Faustus als Geschichte vom
  • Teufelspakt der deutschen Kultur (als einer
    dominant musikali-schen) mit dem
    Nationalsozialismus
  • Teufelspakt des einen Künstlers, des Tonsetzer
    Adrian Leverkühn
  • Züge Friedrich Nietzsches
  • und Thomas Manns selbst.
  • Spiegelung, Umkehrung des Faust-Stoffs
  • (eher des frühneuzeitlichen Volksbuchs als
    Goethes)

41
  • deutsche summa historica von Luther bis zum 2.
    Weltkrieg
  • Künstlerroman (von der Gregorianik bis zur
    Zwölftonmusik,
  • autobiographischer Künstlerroman,
    Nietzsche-Roman)
  • Zeitroman über die Zeit von 1943-45

Serenus Zeitblom erzählt von Adrian Leverkühn
42
  • Polyvalenz des Teufelspaktes
  • physisch-medizinisch (Syphilis)
  • politisch (Faschismus als Sympathie mit den
    unteren Mächten)
  • theologisch und sozial (Gottferne und
    Lieblosigkeit,
  • Anti-Joseph)
  • psychologisch (Projektion seelischer Störungen,
    Wahnsinn)
  • künstlerisch (gesteigerte Produktivität,
    Exaltation, Verlöschen)
  • kulturtheoretisch (Moderne und
    Modernitätskritik),
  • in alldem radikales Bekenntnis (Thomas Mann)
  • radikale Autobiographie, Heftrich 1977).

43
  • Doktor Faustus als modernes Roman-Experiment
  • Montagetechnik (Thomas Mann)
  • Literarische als musikalische Verfahren
  • Allegorie auch als ausgestellte
    Artifizialität Kunst als
  • radikale Negation


Adorno
Joyce
Schönberg
44
(No Transcript)
45
HCA
TM
Märchen als Anti-Faustus?
Faustus als Anti-Märchen
46
So sprach er mir von der kleinen Seejungfer in
Andersens Märchen, das er außerordentlich liebte
und bewunderte (Serenus Zeitblom)
meine Schwester in der Trübsal meine Schwester
und süße Braut (Adrian Leverkühn)
47
Leverkühns Gregorius-Puppenoper (Kap. 31) als
hoffnungsvolle Gegen-Erzählung zur Erzählung vom
Teufelsbündner Der Teufel dachte uns zur Hölle
zu führen, doch Gottes Übermacht hat es
verhindert. (VI, 425)
48
  • Erlösungs-Perspektiven im Faustus
  • Erzählerkommentare
  • Fürbittengebet des Erzählers um Gnade am Ende
    für meinen Freund, mein Vaterland (vgl. Thomas
    Manns Fürbittengebet für Deutschland im Bonner
    Brief 1938).
  • Kontrastierung von Roman und Märchen
  • Adaption von Andersens Märchen Tante Zahnweh
    (selbst-ironisches Künstler-Märchen mit der Figur
    der Satania Infernalis) und der Kleinen
    Seejungfrau
  • Kontrastierung von Roman und Legende
  • Adaption der mittelalterlichen Heiligenlegende
    vom guten Sünder Gegorius (in Leverkühns
    Puppen-Oper)

49
  • Zwei Grundprobleme der Romankonzeption des
    Faustus
  • politisch-moralisches Grundproblem
  • Verschränkung von Künstler-Problematik
  • und Deutschland-Problematik,
  • Faschismus als irregeleitete
  • musikalische Romantik
  • reduktionistische
  • Faschismus-Deutung?
  • Vaget Nein! Die Musik
  • ist schon politisch!
  • kompositorisches
  • Grundproblem
  • Konkurrenz (oder Durch-
  • dringung?) allegorischer
  • und realistisch-
  • mimetischer Darstellung

50
Schreiben nach der Apokalypse nur noch
Nachspiel und Zeitvertreib
?
51
Der Erwählte (1951)
52
Der Erwählte Thomas Manns Mittelalter-Parodie
(Karl Stackmann) Psychologisierung des
Mythos. Ödipus und Gregorius religiöses
Gleichnis von Erbsünde, Buße und
Gnade märchenhaft-mythischer Legenden-Roman
53
(No Transcript)
54
  • Gregorius bei Thomas Mann
  • Erste Notizen im Münchner Collegheft (1894/95)
  • Wilhelm Herz Vorlesungen und Lehrbuch
  • Inzest in Wälsungenblut
  • Auseinandersetzung mit Stigma und Erwähltheit
  • auch einzelne Motive (in den Betrachtungen über
    das Glockenläuten in Rom in Hans Pfitzners
    Palestrina-Oper usf.)
  • schließlich Adrians Puppen-Oper im Faustus

55
Fragen und Einfälle aus Thomas Manns ersten
Notizen
56
Hartmanns Gregorius, Anfang von Marga Bauers
Übersetzung
57
Briefliche Antwort von Samuel Singer auf Thomas
Manns Erkundigungen (mit Gruß von Marga Bauer)
58
(No Transcript)
59
Zur Lage des Herzogtums Flandern-Artois (Skizze
von TM, in den Materialien)
60
  • Text-Quellen u.a.
  • Wolframs Parzival
  • Gottfrieds Tristan
  • Mariendichtungen
  • Mysterienspiel von Adam und Eva
  • Nibelungenlied
  • Ferdinand Gregorovius Geschichte der Stadt Rom
    im
  • Mittelalter
  • Sophokles Ödipus
  • Rückgriffe auf die Mythen-Deutungen Karl
    Kerényis
  • auf die Psychoanalyse Sigmund Freuds
  • die Archetypenlehre C. G. Jungs

61
Sibylla und Wiligis
Grigross
62
Grigross als Papst Gregorius
Grigorss als junger Mönch
63
Segler bei Pitcairn aus TMs Materialien
64
Sibylla als Büßerin
Grigorss als Beter
65
Zum Umgang mit den Quellen Die Fabel ist ja
unendlich gleichgültig, aber man muß doch eine
haben, nicht wahr?
Aber Ich bemerke dabei, daß die Détails die
Hauptsache sind. Sie sind so anregend! Das
Alles könnte ich mir natürlich sehr gut selbst
ausdenken, und es ist wahrscheinlich, daß ich es
mir, wenn ich die Wirklichkeit in Händen habe,
trotz ihrer anders ausdenken werde. Ich rechne
nur auf die stimulierende Wirkung der Thatsachen
. (An Hilde Distel, 1902!)
66
Deutungsperspektiven (1) Stigma und
Erwählung (2) Psychologie und Mythos (3)
Erzählung und Religion (a narrativ, b
sprachlich)
67
(No Transcript)
68
(No Transcript)
69
(No Transcript)
70
(No Transcript)
71
Karl Kerényi Über den Mythos von Mutter Erde und
ihrer Milch (Anstreichungen von Thomas Mann)
72
Audienz Thomas Manns bei Papst Pius XII Ich
küsste den Ring des Fischers. (Die
Kniebeuge fiel ganz leicht.)
73
(No Transcript)
74
(No Transcript)
75
(No Transcript)
76
Mythisches Analogon (Lugowski)
und providentielles Analogon
77
Thomas Mann über die Sprachen im Erwählten Da
nach den lutherischen und barocken / modernen
Sprachmischungen im Faustus sprang eine
Sprach-Idee auf und, gestützt von einiger
Studien-Lektüre (bei weitem nicht so vieler wie
im Falle des Joseph), spielte ich ziemlich aus
dem Handgelenk mein christlich-übernationales
oder vornationales Mittelalter in die Luft,
Sprachkurzweil in erster Linie, aber nicht ohne
Herzensbeziehung zum Thema erwählter
Sündhaftigkeit.
78
  • Sprachen im Erwählten
  • Latein
  • Mittelhochdeutsch
  • Mittelniederdeutsch
  • Mittelenglisch
  • zeitgenössisches Plattdeutsch
  • Altfranzösisch auch in der Brechung durch das
  • Mittelhochdeutsche
  • dies alles gebrochen durch Modernismen,
  • teils auch frei erfundene Wendungen

79
Sprach-Spiele in Babylon Reden ist Übersetzen
aus der Engelssprache (Hamann) babylonische
Sprachverwirrung als Strafe für die menschliche
Sünde der Hybris potenzierte Sprachmischung als
Suche nach der Sprache über den Sprachen, die
der Geist ist (Thomas Mann) -gt
Legenden-Parodie und parodistisches
Sprachspiel als Wiederannäherung an die
Engelssprache
80
Kunst Religion- Kunstreligion von Bilse und
ich bis zum Erwählten
81
Meine Zeit, Vortrag in Chicago im Mai 1950, kurz
vor dem Abschluss der Arbeit am Erwählten Ich
las neulich, daß in Deutschland ein
geistliches Gremium meinem Lebenswerk jede
Christlichkeit abgesprochen habe. Das ist schon
Größeren geschehen, es weckt allerlei
Erinnerungen. Aber für den eigenen Fall habe ich
besondere Zweifel, die sich weniger auf den
Inhalt meiner Schriften als auf den Impuls
beziehen, dem sie ihr Dasein verdanken. Wenn es
christlich ist, das Leben, sein eigenes Leben,
als eine Schuld, Verschuldung, Schuldigkeit zu
empfinden, als den Gegenstand religiösen
Unbehagens, als etwas, das dringend der
Gutmachung, Rettung und Rechtfertigung bedarf,
dann haben jene Theologen mit ihrer Aufstellung,
ich sei der Typus des a-christlichen
Schriftstellers, nicht so ganz recht.
82
Denn selten wohl ist die Hervorbringung eines
Lebens auch wenn sie spielerisch, skeptisch,
artistisch und humoristisch schien so ganz und
gar, vom Anfang bis zum sich nähernden Ende, eben
diesem bangen Bedürfnis nach Gutmachung,
Reinigung und Rechtfertigung entsprungen, wie
mein persönlicher und so wenig vorbildlicher
Versuch, die Kunst zu üben. Vermutlich erachtet
die Theologie die künstlerische Bemühung garnicht
als ein Rechtfertigungs- oder Erlösungsmittel,
und vermutlich hat sie sogar recht damit. Man
würde sonst wohl mit mehr Genugtuung, mehr
Beruhigung und Wohlgefallen auf das getane Werk
zurückblicken. In Wirklichkeit aber setzt der
Prozeß der Schuldbegleichung, der wie mir
scheinen will, religiöse Drang nach Gutmachung
des Lebens durch das Werk sich im Werke selbst
fort, denn da gibt es kein Rasten und kein
Genüge, sondern jedes neue Unternehmen ist der
Versuch, für das vorige und alle vorigen
aufzukommen, sie herauszuhauen und ihre
Unzulänglichkeit gutzumachen.
83
Da wird nur ein Trostgedanke bleiben der an
die Gnade, diese souveränste Macht, deren Nähe
man im Leben schon manchmal staunend empfand, und
bei der allein es steht, das Schuldig-gebliebene
als beglichen anzurechnen.
84
(No Transcript)
85
1960er Jahre
  • 1. 1968 Vor. und Nachgeschichte
  • Begriffe
  • Vietnam
  • Bürgerrechtsbewegung
  • Hippiebewegung
  • Studentenrevolte gegen die Atomwaffenausrüstung
    Deutschlands. Beginn 68 in Paris.
  • RAF (Rote Armee Fraktion) Deutscher Herbst
    1977 Panisches Fahndungsklima in Deutschland
  • In Österreich verspätet und weniger drastisch.
  • Der Wiener Aktioniostmus protestierte mit
    drastischen Mitteln gegen das Regime (Kotze...)
  • 1971 wurde die Interessensgemeinsschaft der
    Autoren (IGAutoren) etc gegründet.
  • 2. Literarische Vorgeschichte von 1968
  • das kritische Volksstück richtete sich ans Volk
  • Literatur der Arbeitswelt/Gruppe 61 (waren gegen
    die Gruppe 47)
  • die Sozialreportage mit Enthüllungsjournalist
    Günter Wallraff

86
1960er Jahre
  • 3. Das literarische 1968 Tod der Literatur?
  • im Laufe der 60er Jahre engagierte sich Literatur
    immer stärker sozial die Frage war, welche
    Rolle spielt die Literatur hat sie als
    bürgerliche Kunst abgedankt, oder lässt sie sich
    nicht funktionalisieren? Enzensberger sagte die
    Autoren müssen mit dem Bewusstseinswandel des
    Lesers arbeiten (ist nicht für den Tod der
    Literatur)
  • 4. Neue Subjektivität
  • Das Jahrzehnt nach den 60ern brachte eine
    Desillusionierung also eine neue
    Innerlichkeit ( das literarische Geschehen auf
    Selbsterfahrung, autobiographische Tendenz der
    Literatur)
  • 5. Individuum und Geschichte
  • Väterliteratur wird oft vorgeworfen, der
    Gesellschaft den Rücken zu kehren es waren
    autobiographisch gefärbte Bücher der jüngeren
    Generation nicht die Idylle von
    Verwandtschaftsverhältnissen
  • 6. Sprach und Ideologiekritik
  • Die Poesie setzte sich sehr wohl mit der Politik
    auseinander (Erich Fried mit seinen
    Vietnamgedichten)

87
1960er Jahre
  • Zweite Frauenbewegung Frauenliteratur
  • die Frauenbewegung, die durch die Nazis zum
    Erliegen gekommen war, erstand also wieder auf
    (1969 kam es zur politischen Formation) machten
    sich stark für Gleichberechtigung, Abtreibung und
    Gehälter. Der umstrittene Begriff
    Frauenliteratur tritt auf (die
    Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen
    Situation der Frau)
  • a) Frauenforschung etablierte sich, verschaffte
    den Frauen, die durch den Literaturkanon gefallen
    waren, Geltung.

88
Ingeborg Bachmann
  • a) Lyrik der 60er Jahre
  • Bachmanns Schaffen lässt sich in 2 Perioden
    einteilen. Erhielt in den 70ern den Preis der
    Gruppe 47 den Preis für ihr Werk die gestundete
    Zeit. In den 60ern versiegte B. lyrische
    Produktion denn B. war gegen die atomare
    Aufrüstung und Frauen durften zwar schreiben,
    jedoch keine politische Meinung haben.
  • b) Todesarten Projekt B. wollte in ihrem Projekt
    Todesarten die verschiedenen
  • Morde im Alltag aufzeigen geschildert wurde
    weibliches Leiden (die Zeitgenossen waren gegen
    diese) Todesartenprojekt ist Textprozess, ein
    Verweben von Texten und außerdem ein Prozess, der
    der Gesellschaft gemacht wird, gegenüber
    tagtäglich ausgeübter Gewalt.
  • c)Rezeption
  • 1. zeitgenössische negative Rezeption und die 2.
    sehr positive Frauen, die von ihren Männern
    verraten werden. In den 70er und 80er Jahren fand
    diese 2. Rezeption statt.

89
Der Fall Franza
  • a)Opfer Frau
  • F. ist Opfer, weil sie todkrank ist
  • Klassische Symptome der Hysterie waren
    Sprachstörungen und unvollständige Sätze (dies
    zeigt sich im Schreiben B. wider)
  • Der Fall Franza könnte als freudsche Deutung
    gelesen werden. Aber Franzas Krankheit rührt
    nicht nur vom Unbewussten her sondern vor allem
    von ihrem Mann her, der sie verschwinden lassen
    will
  • b) Zeichen und Bedeutung
  • Der Roman arbeitet stets mit Zeichen (zb.
    Telegramm)

90
Undine geht (1961)
  • ist eine Ich-Erzählunhg und erhebt den Anspruch
    eine autonome Stimme zu sein, sie ist ein
    Wasserwesen, das den Männern die Liebe bringt
    aber sie ist auch der Untergang des Wassers, dass
    sie den Männern bringt (die Welle).
  • Die Kritik an diesem Mythos Aneignung dieses
    Mythos - Aspekte
  • 1. die Kunstfigur der Undine erhält eine eigene
    Stimme
  • 2. sie kann als Replik auf die kulturgeschichtlich
    e Tradition gesehen werden - sie enthüllt sich
    als Liebesverrat. Bachmanns Undine wurde v.a.
    durch die Undine von Friedrich de la Motte Fouqué
    vertreten. Undine wird verstoßen und übt Rache,
    sie erscheint als ungezogenes Geisterfräulein,
    dass sich entwickelt, sie ist ein Sehnsuchtsbild
    einer unzivilisierten Natur. Auch Hans Christian
    Andersen hat dieses Element der Undine in seiner
    kleinen Meerjungfrau aufgegriffen.
  • Der Name Hans, den Undine den Männern allgemein
    gibt, leitet sich her von dem Ritter Hans von
    Wittenstein, der so bei Giraudoux heißt. Er
    vertritt den Typus des Menschenmannes (Zitat G.)
    Inntertextuell antwortet "Undine geht" von
    Bachmann als ein Einspruch und gleichzeitig
  • Widerspruch.
  • Zitat Fouqué einen schön geschmückten Ritter,
    der Undine eine menschliche Seele geben soll
    eine Seele aber kann unseres gleichen aber nur
    bei Bachmann sind die Menschen Ungeheuer und
    Montsren
  • 3. Bachmanns Text affirmiert die vorausgegangenen
    romantischen Konzepte, da Undine selbstständig
    ist (antibürgerliches Plädoyer, sie ist die
    vorzivilisatorische Lockung) diese Undine
    entspricht aber einem Gegensatz männlich ist
    zivilisiert. weiblichemotional...
  • Undines Protest geht gegen den Männergeist (der
    sehr traurig ist und zu keinem Brauch bestimmt
    ist) sie sagt denk, du siehst zwar das andere
    aber.. dieser Anspruch ist jedoch utopisch, denn
    Sie beansprucht eine Fusion von männlichen und
    weiblichen Merkmalen.

91
1970er Jahre
92
1980er Jahre
93
Krankheit oder Moderne Frauen 80er Jahre
  • das ökologische Jahrzehnt es entstand ein
    Bewusstsein für die globale Umweltverschmutzung -
    Eklat Tschernobyl.
  • grüne Parteien
  • Neoliberalismus
  • die Ära der Ministerpäs. Thatcher (UK) u Reagon
    (USA). Im Westen entstanden rechtsradikale
    Strömungen. Haider und Waldheimaffäre.
  • no future geschichtliche Stagnation und
    Aussichtslosigkeit, keine Jobs etc.
  • posthistoire ist eine These und bedeutet wörtlich
    übersetzt Nachgeschichte und besagt, dass nur
    noch Informationen gesammelt werden, nichts neues
    passiert Postmodernismus jeder kann glauben was
    er will, keine gemeinsamen Übereinkünfte in den
    Gesellschaften über Fortschritt... was in der
    Moderne noch Klage ist, wird in der Postmoderne
    klar dargelegt, dass es sich immer schon um
    vorher erfundene und produzierte Kunst handelt,
    also es wird kein Anspruch an Originalität
    gestellt, es wird kopiert und montiert.

94
1. Lyrik - Ökologie und Geschichte
  • zu Kirschs Erdreich
  • Titel es geht um mehr als den Humus, sondern der
    menschliche Kontrast zur utopischen
  • Atmosphäre. die Raupe ist sowohl Tier, als auch
    Planierfahrzeug. Der Kuckuck gibt die Lebenszeit
  • an, die gebackenen Beete schildern die
    beeinträchtigte Natur. Der Garten des Vaters ist
    biblisch
  • gemeint und zeigt das Paradies Eden, der Engel
    erscheint hier als Schädlingsbekämpfer. 27
  • Rosenstöcke deuten auf Attribute der Madonna hin
    und müssen gerettet werden - wenn das
  • Ungeziefer vergast wird, ist dies eine Anspielung
    auf den Holochaust. Celans Mandel-Metapher im
  • letzten Absatz weist auf diese Situation der
    Juden hin. Walter Benjamin sagt über den Engel
    der
  • Engel sieht eine einzige Katastrophe... die
    Menschheitsgeschichte. Das was wir den
    Fortschritt
  • nennen, ist dieser Sturm. Die Natur wird bei
    Kirsch immer im Verhältnis zur Geschichte
    gezeigt.
  • Zu Dürs Grünbein Was alles klar wird

95
2. Dramatik - Heimat- und Vergangenheitskritik
  • Der Theatermacher und Heldenplatz zeichnen sich
    aus durch in sich kreisende Sätze, zeigen die
  • Dummheit der Menschen.

96
3. Epik - postmoderne Erzählungen
  • Krankheit oder moderne Frauen
  • a) Gattung
  • Sprache wird inszeniert und diese vor allem über
    die Frau, sowohl Text als auch Nebentext sind
    Diskursfragmente und Kunstzitate.
  • Das Drama ist also nicht in die klassische
    Dramenanalyse einzuordnen.
  • Grand Guidnol Großes Kasperltheater, soll
    heißen, dieses Theater hat Schauerstücke in Paris
    aufgeführt.
  • die Heidelandschaft ist eine Satire auf die
    Schauernatur.
  • gothic sitcom 1. Szene, 2. Teil , denn durch die
    Anweisung wird eine Art Sitcom inszeniert. Emely
    und Carmilla sind wie Goldengirls in
    Transilvanien. Außerdem unterhält sich Jelinek
    ironisch mit den Regisseuren
  • Weibliches Doppelwesen wird inszeniert.

97
b) Figuren Vampirismus
  • Die Carmilla geht zurück auf Carmilla (erster
    Vampir in der Literatur)
  • Emely kommt von dem Roman Sturmhöhe und der Name
    Heidekliff ist übersetzt von Heathkliff
  • sind also literarische Zitate.
  • Die Frau zeigt sich durch Reproduktionstätigkeit
    (also putzen...)
  • Die Metapher der Mutterschaft zeigt Jelinek durch
    den Gynstuhl. (Fesselmotiv) Die Mutter frisst
  • außerdem die Kinder auf, sie saugt sie aus.
  • Das Monster/Emely spottet der männlichen Natur
  • Die Revolte der Frauen wird jedoch von den
    Männern niedergestürzt, der Pfahl zeigt den Tod.

98
c) Sprache Intertextualität
  • Die Texte kommunizieren nur durch sich selbst
    miteinander und sind zeitlos.
  • Die Zitate von Jelinek sind aus Schillers Das
    Lied von der Glocke (Der Samen will hinaus aus
  • seinem Häuschen (Jelninek)/Der Mann muss hinaus
    ins Leben und drinnen waltete die züchtige
    Hausfrau(Schiller)
  • Rene Descartes Cogito ergo sum Ich bin krank
    daher bin ich (Carmilla), da sie eine Krankheit
    braucht um sich existierend zu fühlen.
  • Bachmanns Das Buch Franza (feministische
    Literaturwissenschaft)
  • Franza endet mit der Vergewaltigungsszene,
    Jelinek karikiert hier die Rolle des Psychiaters
    und dass sich Emely des Diskurses durch
    plötzliches Verschwinden entzieht. Jelinks Texte
    könnten also nur vorgegebene Diskurse zerhacken
    und entstellen. Aber Jelinek macht nicht beliebig
    alles wertlos, aber sie richten sich als Satire,
    auch gegen diese Entwertung - dies ist also kein
    postmoderner Effekt.
  • Der postmoderne Effekt besteht im ironischen und
    dem gleichzeitigen Lachen des Rezipienten, das
    durch das komische Moment im Stück hervorgerufen
    wird.

99
Deutschsprachige Literatur in der Schweiz nach
1945
  • Vom Experiment zur Identitätssuche

100
DADA
  • Entstanden unter dem Eindruck des Ersten
    Weltkrieges
  • In Zürich (1916-18) gründeten H.Ball,
    R.Huelsenbeck, T.Tzara, H.Arp u.a. das Cabaret
    Voltaire - aus Protest gegen ästhetische
    Wertmaßstäbe des (Bildungs)bürgertums provokative
    Antiprogramme mit Geräuschkonzerten,
    Lautgedichten, literarischen Montagen Zersetzung
    und Neuzusammensetzung der Sprache

101
Konkrete Poesie
  • ordnet die Textelemente nach visuellen und/oder
    semantischen Gesichtspunkten an, die die kreative
    Mitarbeit des Rezipienten fordern.
  • Inspiration Dada
  • Eine Nebenform akustische Dichtung
  • Eugen Gomringer als Theoretiker Konstellationen,
    Kurt Marti Wiener Gruppe, E.Jandl,
    H.Heissenbüttel, Friederike Mayröcker, F.Mon.

102
Spezifika der deutschsprachigen Literatur aus der
Schweiz
Sprachliche Problematik Deutsch als eine der vier Amtssprachen und zugleich Fremdsprache
Thematische Problematik fragliche Neutralität der Schweiz im Zweiten Weltkrieg, Motiv der Identitätssuche, Schuldfrage (Andorra, Biedermann und die Brandstifter, Der Besuch der alten Dame)
103
Friedrich Dürrenmatt Poetik
  • Konolfingen (bei Bern) 1921-Neuenburg 1990
    Studium der Philosophie und Theologie
  • Thema Frage der Schuld
  • Bevorzugte die Komödie als die einzig mögliche
    dramatische Form, heute das Tragische auszusagen
  • Dramen, Kriminalromane und Hörspiele seine
    Helden haben keine Illusionen über die
    Veränderbarkeit der Welt

104
Friedrich Dürrenmatt Werk
  • Dramen Der Besuch der alten Dame, 1956-Claire
    Zachanassian als Rachegöttin Die Physiker,
    1962-Aufopferung für eine verlorene Welt
    Achterloo, 1983-historische Allegorie Walensa
    als Hus, Jaruzelski als Napoleon
  • Kriminalromane Infragestellung der
    Täter/Opfer-Rollen Der Richter und sein Henker,
    1952-Kampf gegen das Böse mit ungerechten
    Mitteln Der Verdacht, 1953

105
Max Frisch Poetik
  • Zürich 1911-1991 ursprünglich Architekt.
  • Seine Dramen sind vielfältig in der Form (Farce,
    Moritat, Komödie) und behandeln oft gleichnishaft
    die jüngste Vergangenheit.
  • In seinen Romanen geht er der Frage der Schuld
    und der Identität nach

106
Max Frisch Werk
  • Dramen Herr Biedermann und die
    Brandstifter,1958-Typus des Mitläufers
    Andorra,1961-Manipulierbarkeit einer Gesellschaft
    am Beispiel des Antisemitismus
  • Romane Identitätsfrage Stiller,
    1954-Neuanfang? Homo faber, 1957-Mythos X Logik
    Mein Name sei Gantenbein, 1964-poetologisch
  • Die Spätwerke - Erzählung Montauk, 1975 Der
    Mensch erscheint im Holozän,1979 Alters- u.
    Todesbewusstsein.

107
Max Frisch Biedermann und die Brandstifter (1958)
  • Genre und Aufbau Burleske, Lehrstück
  • Burleske meint, eine derbe Komödie mit kritischen
    und karikativen Zügen. Das
  • Anspruchsvolle mit dem Menschlichen führt zum
    Komischen.
  • Der Typus des Protagonisten ist eine Art
    Karikatur
  • Der Chor erinnert an den Chor der Antigone.

108
Max Frisch Biedermann und die Brandstifter (1958)
  • Die Handlung die überdeterminierte
    Vorausdeutung schwebt ab der ersten Szene mit
    (beim Anzünden der Zigarette Biedermanns), dazu
    kommt es zur immerwährenden Vorausdeutung.
    Darüberhinaus, gibt es im Stück keine Wendung und
    einen geradlinigen Verlauf der Klimax besitzt 0
    Finalspannung.
  • Biedermann dissimuliert, da er vortäuscht, er
    erkennt die Brandstifter nicht. Er leugnet die
    Tatbestände stets. Er wirkt sogar noch mit, sein
    Haus in eine Zündkapsel zu verwandeln.

109
Max Frisch Biedermann und die Brandstifter (1958)
  • Deutungen
  • 1. Antifaschismus
  • Max Frischs Auseinandersetzung mit dem NS dies
    zeigt sich aus dem Tagebuch aus 1948, das als
    frühe Burleske gesehen werden kann. Biedermann
    verschließt also die Augen vor dem
    Offensichtlichen und hilft somit, den Massenmord
    zu gewährleisten.
  • 2. Antikommunismus Warnung der kommunistischen
    Unterwanderung (heute weitverbreitete
    Rezeptionsart)
  • Dies stellt eine Gegenthese zu 1. dar und bezieht
    sich auf den kalten Krieg. Max Frischs Stück
    könnte sich auf den gegenwärtigen stalinistischen
    Staat beziehen. Der Unterschied zwischen 1 und 2
    ist dass der NS von einer angeblich
    naturgegebenen Ungleichheit ausgeht, der
    Kommunismus hingegen von einer ungerechten
    Verteilung zwischen arm und reich ausgeht. Der
    Dr. Phil. Distanziert sich erst im letzten Moment
    von der komm. Unterwanderung und mit dem Dr.
    Phil ist der Zuseher gemeint.
  • Lehrstück ohne Lehre hat zum Brechtschen
    Lehrstück Bezug. Die heutige Lesart Frisch warnt
    uns vor kommunistischer Unterwanderung (so in
  • 29 der BRD) in der DDR jedoch wurde es als
    Antifaschismus-Kritik gesehen. Wieso kommt es zu
    diesen 2 Lesarten? Frisch sagt, die beiden
    Figuren sind eigentlich Verkörperungen von Angst
    und destruktiven Tendenzen.
  • 3. Tiefenpsychologie
  • Die Antwort auf diese Frage und somit 3. Lesart
    bietet die Tiefenpsychologie Hier wird
    Biedermann als Schuldiger gesehen und die beiden
    Figuren verkörpern seine Angst, sein Verdrängen,
    seine Aggression.
  • Eine weitere Möglichkeit sieht der freudianische
    Ödipuskomplex vor Schwächen der Argumentation
    von Vonmatz die Lesart bezieht sich nur auf
    Männer. Diese Interpretation nimmt jedoch dem
    Stück die Schärfe. Die Unprägnanz macht das Stück
    zur idealen Nachkriegsliteratur, denn statt
    politischer Analyse wird zeitgenössische
    Verdrängung gezeigt.

110
Peter Bichsel
  • Luzern 1935 Prosaautor und Journalist
    schlichte Erzählungen Eigentlich möchte Frau
    Blum den Milchmann kennenlernen (1964)
    karikierende Geschichten aus dem
    kleinbürgerlichen Alltag Kindergeschichten
    (1969), Irgendwo anderswo (1986) Kolumnen Im
    Gegenteil (1990), Gegen unseren Briefträger kann
    man nichts machen (1995)

111
Peter Bichsel
  • Luzern 1935 Prosaautor und Journalist
    schlichte Erzählungen Eigentlich möchte Frau
    Blum den Milchmann kennenlernen (1964)
    karikierende Geschichten aus dem
    kleinbürgerlichen Alltag Kindergeschichten
    (1969), Irgendwo anderswo (1986) Kolumnen Im
    Gegenteil (1990), Gegen unseren Briefträger kann
    man nichts machen (1995)

112
Paul Nizon
  • Bern 1929, lebt seit 1977 als freier
    Schriftsteller in Paris variiert die Themen der
    inneren Freiheit und der Selbstfindung Romane
    Canto (1963), Untertauchen. Protokoll einer Riese
    (1972), Das Jahr der Liebe, (1981) Erzählungen
    Im Hause enden die Geschichten (1971-expressionist
    ischer Umgang mit dem Raum), Im Bauch des Wals.
    Caprichos (1989), Hund. Beichte am Mittag (1998).

113
Adolf Muschg
  • Zollikon 1934 Prosaautor, Dramatiker, Essayist
    u. Literaturhistoriker Themen Entfremdung,
    Sprachlosigkeit, Schuld. Romane Im Sommer des
    Hasen Japanroman (1965) Albissers Grund
    psychoanal. Krimi (1974) Der rote Ritter. Eine
    Geschichte von Parzivâl (1993) auch Ironie u.
    schwarzer Humor O mein Heimatland! 150 Versuche
    mit dem berühmten Schweizer Echo, 1998.

114
Markus Werner
  • Eschlikon 1944 seine Werke zeichnen sich durch
    bittere Ironie aus variiert den Typus des
    Antihelden, der den Ausbruch aus der
    Wohlstandsgesellschaft nicht schafft Romane
    Zündels Abgang (1984) verschollener Lehrer Die
    kalte Schulter tragische Liebesgeschichte
    (1989) Bis bald (1992) Festland Bekenntnisse
    eines Stiefvaters (1996)
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