Der Rote Punkt - PowerPoint PPT Presentation

Loading...

PPT – Der Rote Punkt PowerPoint presentation | free to download - id: 67b8e9-ODg1M



Loading


The Adobe Flash plugin is needed to view this content

Get the plugin now

View by Category
About This Presentation
Title:

Der Rote Punkt

Description:

Title: Der Rote Punkt Author: Klaus Schendel Description: erstellt 17.04.03 Last modified by: Udo Reinsch Created Date: 3/25/2003 7:53:38 AM Document presentation format – PowerPoint PPT presentation

Number of Views:12
Avg rating:3.0/5.0
Date added: 5 April 2020
Slides: 28
Provided by: KlausSc57
Learn more at: http://www.der-rote-punkt.de
Category:
Tags: der | punkt | rauchen | rote

less

Write a Comment
User Comments (0)
Transcript and Presenter's Notes

Title: Der Rote Punkt


1
Der Rote Punkt Die vorbeugende
Gesundheitsreform
Zweckgebundene Abgabe auf wissenschaftlich
nachgewiesen, in hohem Maße gesundheitsschädigend
e Produkte zur Verbesserung der Gesundheit und
zur Verbesserung der Finanzen in der
Krankenversicherung     -   Verbesserung der
Gesundheit durch Vermeidung von Krankheiten,
besonders der schweren, tödlichen und teuren
bevor sie entstehen -   Sofortige finanzielle
Entlastung der Krankenversicherung -   Nachgewiese
n hohe Akzeptanz in der Bevölkerung -   Stärkung
der Solidarität statt Verschlechterung der
Kranken-versorgung, Verringerung der
Patientenrechte, Belastung der Kranken und
Vernichtung der Jobmaschine-Gesundheitswesen -   F
lexible Anpassung auf wissenschaftlicher Basis an
wechselnde Krankheitsursachen -   Belohnung und
Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens -   Mögl
ichkeit der gezielten Entlastung unterer
Einkommens-gruppen (Rotthaus-Faktor) -   Langjähri
g in Deutschland bewährtes Prinzip (in der
Umwelt-schutzpolitik Der Grüne Punkt, duales
System Prinzip der ökologischen Steuerreform)
www.der-rote-punkt.de
2
Aus dem
Konzept für ein sich weiterentwickelndes
Gesundheitswesen
Stand Nov. 2002
(...) Es wird die Einführung eines Roten
Punktes im Gesundheitswesen vorgeschlagen. Hier
sollten auf breiter Basis bei möglichst allen
tatsächlich und potentiell gesundheitsschädlichen
Artikeln des täglichen Lebens (z.B. im
Genussmittelsektor Alkohol und Nikotin),
potentiell gesundheitsschädliche Nahrungsmittel
(z.B. Fette, kalorienreiche Speisen),
unfallträchtige Sportartikel (Ski, Skistöcke,
Bälle, Inline-Skater etc.), potentiell Allergie
erzeugende Textilien etc., Minimalbeträge
(Centbeträge) pro Artikel beim Hersteller oder
Importeur erhoben und dem Gesundheitssystem
zugeführt werden. (...)
Aus ZWP Ausgabe Mai 2001
(...) Die SPD-Gesundheitspoliterin Regine
Schmidt-Zabel regt eine Tabak- und Alkoholsteuer
an Jede Zigarette sollte mit einer
Gesundheitsabgabe von zehn Pfennig belegt
werden. Ähnliches solle auch für alkoholische
Getränke gelten. (...)
3
Aus BZ Ausgabe 28.09.2002
Aus Medizin Heute Ausgabe April 2003
Gesundheitssteuer
Den Ausdruck Gesundheits- steuer brachte kürzlich
der Präsident der Bundesärzte- kammer in die
Diskussion um die Finanzierbarkeit des
Gesundheitswesens ein. Prof. Jörg-Dietrich Hoppe
meint, der Staat sollte eine Abgabe auf Tabak und
Alkohol zusätzlich zu den bereits be- stehenden
Steuern erheben. Mit seiner Forderung steht er
nicht allein. Auch der CDU-Soz- ialexperte
Hermann Josef Arentz hat eine Entlastung der
Krankenversicherung über Zu-
schüsse aus den Tabak- und Alkoholsteuern
angemahnt. Zustimmung hat bereits ein SPD-naher
Gesundheitsex- perte signalisiert Prof. Karl
Lauterbach, Mitglied der so genannten
Rürup-Kommissi- on. Im US-Bundesstaat New York
und in Östereich fließen bereits Teile der
Tabaksteuer- erlöse ins Gesundheitswesen.
Bundesfinanzminister Hans Eichel will von dieser
Subven- tionierung der Krankenversi- cherung
jedoch nichts wissen.
Vorschlag Teile der Tabak- und Alkoholsteuer
sollen in das Gesundheitswesen fließen
4
(No Transcript)
5
Der rote Punkt erfüllt die drei Prämissen des
Kanzleramts
Aufrechterhaltung des Solidarprinzips
Sicherstellung einer hochwertigen Versorgung
Vermeidung einer Überbelastung der Beitragszahler
6
Aus repräsentativer Umfrage des
forsa-Institutes im Auftrag des
Bundesministeriums für Gesundheit
Eine Gesundheitsabgabe auf Zigaretten in Höhe von
einer Mark würden 71 Prozent der Bundesbürger
begrüßen. 27 Prozent würden eine solche Maßnahme
ablehnen. Bei den Rauchern liegt die Zustimmung
zu dem Vorschlag mit 51 Prozent deutlich unter
dem Wert in der Gesamtbevölkerung.
Auch beim Alkohol würden die meisten Bürger eine
Gesundheitsabgabe begrüßen (68 ). Die Zustimmung
dafür ist auch bei denen, die mindestens einmal
in der Woche Alkohol konsumieren, nicht
wesentlich niedriger (63 ).
7
(No Transcript)
8
UPI - Bericht 46, Gesundheitsabgaben
Seite 19
auch Arbeitslosen) ausschließlich nach der Höhe
der Renten- bzw. Arbeitslosenhilfezahlungen
bewertet. Folgte man dieser Betrachtung, könnte
es irgendwann folgerichtig sein, bei Rentnern
(oder auch Arbeitslosen, falls eine
Vollbeschäftigung nicht erreichbar ist) z.B. die
medizinische Versorgung zu verringern, da dies
Kosten einsparen würde. Der Wert eines
Menschenlebens kann nicht mit ökonomischen
Statistiken bewertet werden. Politische
Entscheidungen über Umfang und Finanzierung der
Sozialversicherung können deshalb nicht durch
ökonomische Rechnungen ersetzt werden. Notwendig
ist eine politische Entscheidung, die überprüft,
ob die vor 5 Jahrzehnten getroffene Entscheidung,
die Sozialversicherung durch eine Verteuerung des
Faktors Arbeit zu finanzieren, in der heutigen
Zeit der Massenarbeitslosigkeit noch im selben
Umfang sinnvoll ist wie vor 5 Jahrzehnten oder ob
eine zumindest teilweise Finanzierung durch eine
Verteuerung gesundheitlicher Produkte nicht
sinnvoller ist.   Gesundheitsabgaben könnten über
einen längeren Zeitraum stufenweise eingeführt
werden. Höhe und Inkrafttreten der einzelnen
Stufen sollten von Anfang an festgelegt werden.
Durch die stufenweise Einführung können die
erzielten Einnahmen, wie bei anderen Steuern
auch, jeweils im nachhinein genau ermittelt und
die Elastizitätskurven zur Abschätzung des
zukünftigen Steueraufkommens angepaßt werden. Da
die Prozentsätze der Krankenversicherungsbeiträge
jährlich neu bestimmt werden können, kann
zuverlässig vermieden werden, daß es durch
Unsicherheiten in der Prognose der
Abgabeneinnahmen zu Einnahmeausfällen der
gesetzlichen Krankenversicherung kommt.   Die
Idee einer Gesundheitsabgabe wird auch von
Krankenkassen für sinnvoll gehalten. In einer
Pressekonferenz vom 13.3.1998 erklärte der
Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes,
Hans Jürgen Ahrens, er könne sich vorstellen,
daß Abgaben auf gesundheitsgefährdende Produkte -
beispielsweise in der Tabakindustrie - eine neue
Finanzquelle für die gesetzlichen Krankenkassen
werden". Nach Vorstellungen der Allgemeinen
Ortskrankenkassen (AOK) solle eine
Gesundheitsabgabe auf Zigaretten, Tabak und
andere gesundheitsschädliche Produkte erhoben
werden.   Nach dem Scheitern des
Nichtraucher-Gesetzes im Bundestag forderte die
Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) erneut
eine Gesundheitsabgabe auf Zigaretten.   Bereits
im November 1997 gab Bundesgesundheitsminister
Horst Seehofer bekannt, daß er die Einführung
einer Abgabe auf gesundheitsgefährdende Produkte
wie Tabakwaren oder Alkohol prüfen lassen will.
Damit wolle er die von Bundesärztekammerpräsident
Dr. Karsten Vilmar in den vergangenen Jahren
wiederholt geäußerte Vorstellung einer
Gesundheitsabgabe aufgreifen.
9
UPI Umwelt- und Prognose - Institut Heidelberg
e.V.
Kostenumschichtung im Gesundheitswesen durch
Anwendung des Verursacherprinzips Vorschläge für
eine Finanzreform im Gesundheitswesen
Im Auftrag der IGUMED - Interdisziplinäre
Gesellschaft für Umweltmedizin e.V.
Dieter Teufel Petra Bauer Günter Fischer Luise
Humm Natascha Toczek Gini Weineck  
UPI-Bericht Nr. 46 August 1998  
Das UPl-Institut ist vom Finanzamt Heidelberg als
gemeinnützig und besonders förderungswürdig
anerkannt UPI Institut, Handschuhsheimer
Landstr.118a, D-69121 Heidelberg, Tel Fax
06221/47 35 00
10
Zusammenfassung der UPI-Studie Die Kosten der
gesetzlichen Krankenversicherungen in der
Bundesrepublik Deutschland in Höhe von rund 260
Milliarden DM pro Jahr werden heute zu ca. 98
durch Abgaben auf Arbeit erhoben. Die
Beitragsätze der gesetzlichen Krankenversicherunge
n stiegen von ca. 6 in den 50er Jahren) auf
knapp 14 heute. Von der gesamten Bruttolohnsumme
in der Bundesrepublik Deutschland sind heute nur
noch 44 Nettolohn, 56 sind Abgaben und Steuern.
War in Zeiten der Vollbeschäftigung die fast
vollständige Finanzierung des Gesundheitswesens
durch Abgaben auf den Faktor Arbeit noch
sinnvoll, erlauben die Ergebnisse der modernen
Risikoforschung heute, verursachergerechtere
Finanzierungsmodelle zu realisieren. Die
vorliegende Studie analysiert deshalb am Beispiel
ausgewählter risikoreicher Verhaltensweisen, wie
hoch die dadurch verursachten volkswirtschaftliche
n Kosten sind und untersucht, ob diese Kosten den
Verursachern angelastet werden können. Durch
Erhebung von Gesundheitsabgaben auf diese
Produkte ließe sich bei stufenweiser Einführung
der vorgeschlagenen Abgabesätze im 1. Jahr ein
Aufkommen von 15 Milliarden DM und im zehnten
Jahr von 110 Milliarden DM erzielen (Tabelle 2).
Mit dem Aufkommen aus den Gesundheitsabgaben
könnten die Beiträge zur gesetzlichen
Krankenversicherung von heute 14 auf 8,5 des
Bruttolohns gesenkt werden. Dies entspricht einer
Reduzierung der durch die Krankenversicherung
verursachten Lohnnebenkosten um über 40.
Durch die Gesundheitsabgaben würde nach 10
Jahren der Konsum von Zigaretten um ca. 58, der
von Branntwein um 25. von Zucker um 26, von
Benzin um 12, von Diesel um 15 und von Reisen
um 4 zurückgehen. Die in dieser Studie
gemachten Vorschläge für Gesundheitsabgaben
müssen nicht als Paket verwirklicht werden. Es
wäre genauso möglich, einzelne Gesundheitsabgaben
herauszugreifen oder sie in einer zeitlichen
Reihenfolge zu verwirklichen. Genauso wären
andere Abgabesätze als die vorgeschlagenen
möglich.
11
Zum Auftraggeber der UPI-Studie
Was ist die IGUMED?   Unser Ziel ist es,
umweltmedizimsche Problemstellungen möglichst
ganzheitlich zu verstehen und wenn möglich -
auch ganzheitliche Lösungsmöglichkeiten
aufzuzeigen. Da nach unseren Erfahrungen eine
ausschließlich medizinische Betrachtungsweise für
das Verständnis der meist sehr komplexen Fragen
in der Umweltmedizin nicht ausreicht, bemühen wir
uns von vorneherein um eine intensive
interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen
Berufsgruppen, deren Wissen und Erfahrung zu
einem umfassenden Verständnis der
multifaktoriellen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge
beitragen können. Jede Wissenschaft entwickelt
sich aus den Fragen, die sie stellt. Daher sind
wir stets auch an einer engen Kooperation mit
Selbsthilfegruppen und Betroffenen-Initiativen
interessiert, die uns durch ihre besondere
Betrachtungsweise oft wichtige Anregungen für
unsere Arbeit geben. In der IGUMED sind
Vertreter folgender Berufsgruppen organisiert -
Ärztinnen/Ärzte unterschiedlicher
Fachrichtungen - Wissenschaftler universitärer
Forschungsinstitute - Epidemiologen -
Ingenieure - Baubiologen - Juristen - etc.
Weitere Informationen zur Studie im Internet
www.upi-institut.de/upi46.htm
12
Krebs im Mund
Tumorrisiko bei Alkohol und Tabak
Wer Alkohol und Tabak gleichzeitig konsumiert,
multipliziert das Risiko an einem Tumor in der
Mundhöhle zu erkranken. Die Überlebenschancen,
der an solchem Krebs erkrankten Menschen ist
schlecht.
Das ist alarmierend, vor allem da mehr als
neunzig Prozent dieser Tumore vermeidbar sind,
beschreibt Dr. Simone Kraft, Köln. Alkohol hat
eine größere Mitwirkung bei der Entstehung von
Mundhöhlenkrebs als allgemein angenommen.
13
(No Transcript)
14
Berlin, 27.10.2002  
Prof. Dr. Reinhard Kurth, Präsident, Dr.
Bärbel-Maria Kurth Abteilung für
Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung Nor
dufer 20 D-13353 Berlin  
Betreff UPI-Studie mit Collage  
Sehr geehrte Frau Dr. Kurth, sehr geehrter Herr
Professor Kurth,   da das Robert-Koch-Institut
die zentrale Referenzeinrichtung des
Bundesministeriums für Gesundheit" und sein Zweck
... die Beobachtung des Auftretens von
Krankheiten und relevanter Gesundheitsgefahren in
der Bevölkerung, als auch das Ableiten und
wissenschaftliche Begründen der erforderlichen
Maßnahmen zum wirkungsvollen Schutz der
Gesundheit der Bevölkerung..." ist, habe ich
Ihnen deshalb ein Exemplar der UPI-Studie
zugeschickt und zur Veranschaulichung die kleine
Collage für Sie erstellt, da diese Studie zwar
schon vielen wichtigen Entscheidungsträgem
zugesandt wurde, bei vielen aber ungelesen und
damit unverstanden in Papierablagen
verschwand.   Ich bin ein großer Anhänger der
UPI-Studie, da ihre Umsetzung in großem Umfang
Krankheiten verhindern würde und sie auch
wirtschaftspolitisch sinnvoll ist. Ich möchte Sie
gerne um Unterstützung bitten. Leider wird die
Studie kaum zur Kenntnis genommen, obwohl die
Mehrheit der Bevölkerung (siehe forsa-Umfrage des
Bundesgesundheitsministeriums) zweckgebundene
Abgaben auf Krankheitsmacher mit mehr als
2/3-Mehrheit für richtig hält.   Obwohl sich Herr
Seehofer positiv zur Studie geäußert hat, Herr
Parr (MdB, Gesundheitspolitik FDP) sie richtig
findet und auch Frau Bundesgesundheitsministerin
Schmidt gleich nach der Wahl eine zweckgebundene
Risikoabgabe für Nikotin forderte, wurden sie vom
Kanzler harsch abgebürstet", wie im Deutschen
Ärzteblatt zu lesen ist.   Die Zeit drängt jetzt
sehr wegen der anstehenden nächsten
Gesundheitsreform.   Sie wissen besser als ich,
daß ein großer Teil gerade der schweren und
tödlichen Erkrankungen, wie z.B.
Herz-Kreislauferkrankungen oder auch Krebsleiden
durch Verhaltensänderungen vermeidbar sind. Beim
Grünen Punkt" bzw. der Ökosteuer hat der Staat
finanzielle Anreize geschaffen, schädliches"
Verhalten zu vermeiden (z.B. verbrauchsgünstige
Autos zu fahren) oder zumindest einen
ursachenentsprechenden Obulus zur Beseitigung der
Folgen zu leisten. So ist es nur zu naheliegend,
entsprechend auch, wo dies möglich ist, für
gesundheitsschädliches Verhalten analog zum
Grünen Punkt" eine ursachengerechte Abgabe zu
erheben, die zweckgebunden der Gesundheitsversorgu
ng zur Verfügung steht.
15
Brief UPI-Studie Seite 2
Während die Bevölkerung dies einsichtig
befürwortet steht im aktuellen Koalitionsvertrag
keine Zeile dazu.   Als Mediziner sehe ich jeden
Tag von morgens bis abends die Erfolge von
Krankheitsvermeidung meinen ursprünglichen
Berufswunsch Mund-Kiefer-Gesichtschirurg hatte
ich fallengelassen, da der größte Teil der
Krankheiten und Operationen besonders Mundkrebs
vermeidbar wäre. Fast alle der schrecklich
verstümmelnden Carcinome im Mund, an denen in
Deutschland jährlich tausende Menschen elendig zu
Grunde gehen, sind bei Reduzierung von Nikotin-
und Alkoholkonsum zu vermeiden. 16-stündige
aufwendigste Tumoroperationen in der
Kieferchirurgie empfand ich als Kampf gegen
Windmühlen, die Patienten waren danach häufig
verstümmelt, und viele rauchten eine Woche
postoperativ wieder und verstarben nach 1-2
Jahren doch.   Es muß etwas gegen die
Krankheitsverursacher getan werden!!!   Als
Paradebeispiel habe ich Anfang der 80er Jahre
erlebt, wie plötzlich ein schlimmes
Krankheitsbild fast gänzlich verschwand   Während
bis Anfang der 80er Jahre in den
Kiefer-Gesichts-Chirurgischen Unikliniken ständig
Patienten, häufig junge Patienten, mit
schrecklich entstellten multiplen
Schnittverletzungen des Gesichts lagen, war
dieses Krankheitsbild plötzlich Mitte der 80er
Jahre fast verschwunden.   Was war passiert? Ein
medizinisches Wunder? Bahnbrechende neue
Therapien? Nein!   Der Gesetzeber hatte die
allgemeine Anschnallpflicht im Auto eingeführt
und das Nichtbefolgen mit einem im Vergleich zu
den jährlichen Unterhaltskosten von mehreren
Tausend DM/Auto mit kleinen Sanktionen von ca. 40
DM belegt. Die je 40 DM haben keinem wehgetan,
aber die Wirkung war riesig, sie hat in den
letzten 20 Jahren zigtausende von Menschen vor
fürchterlichen Gesichtsverletzungen bewahrt. Etwa
die Hälfte aller Erkrankungen, besonders die
schweren und tödlichen wie Herzinfarkt, Krebs,
Schlaganfall, alkoholbedingte Unfälle (etwa
Autounfälle, Gewalt gegen Frauen von
alkoholisierten Männern, viele Haushaltsunfälle)
sind vermeidbar!   Wie sagte schon Virchow
Politik ist Medizin im großen."   Da die
Mitglieder der UPI nicht annähernd die
Möglichkeiten haben wie Sie, wäre es sehr schön,
wenn von Ihnen aktuelle Daten zur Verfügung
gestellt werden könnten ( siehe Anlage) die
Studie wurde 1998 mit Privatmitteln bezahlt) und
ggf. auch inhaltliche Unterstützung kommen
könnte.   Mit Frau Dr. Kurth hatte ich vor ca.
einem Jahr ein Telefonat über die UPI-Studie
geführt. Sie fand die Studie prinzipiell sehr gut
und meinte scherzhaft ... meinen Sie die
Politiker machen so etwas vernünftiges?...".   Ich
denke, daß Sie vom Robert-Koch-Institut dazu
aufgrund Ihrer Kenntnisse und Aufgabenstellung
einen entscheidenden Beitrag leisten
könnten.   Ich bitte Sie hiermit ganz herzlich um
Hilfe.   Mit freundlichen Grüßen      Dr. K.
Schendel  
16
(No Transcript)
17
Herrn Dr. Klaus Schendel Krumme Str.70   10627
Berlin Sehr geehrter Herr Dr. Schendel,   nach
vielen Umwegen ist Ihre Studie nun endlich doch
auf meinem Schreibtisch gelandet. Ich habe diese
dem Fachgebiet für Gesundheitsberichterstattung
zum bewerten gegeben und folgende Stellungsnahme
bekommen, die ich Ihnen Original zur Kenntnis
gebe Mit großem Interesse haben wir die
UPI-Studie gelesen und sind mit den Autoren einer
Meinung, dass gesundheitspolitische Maßnahmen
notwendig sind, um das Verursacherprinzip in der
Finanzierung der Gesundheitsversorgung stärker
zur Geltung kommen zu lassen. Aber nicht nur
ökonomische Randbedingungen sind zu verbessern,
sondern auch Voraussetzungen im Gesundheits- und
Bildungssystem sind zu scharfen, um eine
effektive Gesundheitsvorsorge betreiben zu
können. Inwieweit staatlich festgelegte
zweckgebundene Abgaben eine allgemein sinnvolle
Maßnahme im intendierten Sinne darstellen,
vermögen wir nicht abschließend zu beurteilen. Da
staatliche Einnahmen aber prinzipiell direkt in
den großen Topf der Steuereinnahmen gehen und
die Haushaltsausgaben anschließend vom Parlament
beschlossen werden müssen, wäre die Erhebung
einer solchen Abgabe in jedem Fall mit einer
nicht gewollten Reduzierung der
Entscheidungsmöglichkeiten des Souveräns zur
verbunden. Würde man das Verursacherprinzip z. B.
in der Krankenversicherung anwenden, müsste eine
allgemein akzeptierte Möglichkeit bestehen, das
Risikoverhalten des Versicherten zuverlässig zu
messen. Ein solcher Weg ist nicht nur aus
Datenschutzgründen undenkbar, sondern würde
vermutlich die Gefahr hervorrufen zu einem Volk
von Lügnern" zu erziehen, oder gar die
Wiedereinführung eines Schnüffelstaates" zur
Folge haben. Aus diesen Gründen besteht,
realistisch gesehen, nur die Möglichkeit, über
Abgaben und andere Sanktionen das Risikoverhalten
zu beeinflussen (abgesehen von Präventionsmaßnahme
n). Daher kann also eine Forderung an die
Gesundheitspolitiker z.B. darin bestehen, die
Steuern für Tabakprodukte und Alkohol zu erhöhen
und gleichzeitig die notwendigen Mittel zur
Verfügung zu stellen, um Präventionskonzepte zu
entwickeln. (Siehe dazu auch die beigelegte
Handlungsempfehlung für eine wirksame
18
Brief Koch Institut Seite 2
Tabakkontrollpolitik in Deutschland".) Die
Aufklärung der Bevölkerung über die
Gefährlichkeit dieser Produkte ist zunächst
Aufgabe des Elternhauses, des Kindergartens, der
Schule und z. B. der Krankenkassen vor allem die
Ärzteschaft und andere Personen des
Gesundheitswesens sind aufgerufen, an der
Vorsorge aktiv mit zu arbeiten. Das
Bundesministerium für Gesundheit und Soziale
Sicherung hat für die Entwicklung und Verbreitung
von Informationsmaterialien die Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung beauftragt. Das
Robert Koch-Institut befürwortet gesetzliche
Maßnahmen, die den Zugang zu Tabakwaren
erschweren, den Alkoholkonsum im Straßenverkehr
verbieten und die den Konsum über eine Erhöhung
der Verbrauchssteuern gesundheitsschädlicher
Produkte reduzieren. Die primäre Aufgabe des
Robert Koch-Institutes ist es, wissenschaftliche
Erkenntnisse zu den Gesundheitsgefahren zu
erforschen, zusammen zu tragen und zu bewerten.
Darüber hinaus werden die Erkenntnisse in der
Gesundheitsberichterstattung des Bundes, die das
Robert Koch-Institut koordiniert, für eine
interessierte Öffentlichkeit verbreitet. Wir
erlauben uns, Ihnen eine Studie unseres Hauses zu
den Kosten alkoholassoziierter Krankheiten, die
zurzeit im Druck ist, vorab in Kopie
beizufügen.   Die UPI-Studie ist in ihrem
analytischen Teil eine ausgezeichnete Arbeit, die
wir mit großem Interesse gelesen haben. Eine
prinzipiell nicht vermeidbare Schwäche in der
Berechnung von volkswirtschaftlichen Kosten von
Krankheiten und Krankheitsrisiken ist die große
Unsicherheit, welche Kosten in welcher Höhe nach
welchem volkswirtschaftlichen Konzept
einzubeziehen sind und vor allem welche Daten
hierfür überhaupt zur Verfügung stehen. Je nach
unterschiedlichem Ansatz kommt man auch zu
verschiedenen Ergebnissen. An drei Beispielen
möchten wir die Unsicherheiten festmachen. In
unserer Studie zu den Kosten alkoholassoziierter
Krankheiten kommen wir auf Gesamtausgaben von
mindestens 42 Mrd. DM pro Jahr. Diese liegen um
den Faktor 4 über den vom UPI-Institut
geschätzten Kosten (Tab. 21, S. 45). Bei den
(auch) ernährungsbedingten Krankheiten ist die
genannte Summe von 276 Mrd. DM deshalb so hoch,
weil der ernährungsbedingte Anteil an diesen
Krankheiten nicht geschätzt wurde, was zwar in
der Fußnote 5 im UPI-Bericht vermerkt ist, aber
weiterhin bleibt unbekannt, welche Kosten
ernährungsbedingt entstanden sind. Für die Kosten
durch Rauchen liegen inzwischen verschiedene
Studien vor, in denen Kosten von knapp 34 Mrd. DM
(Weite, König, Leidl 2000¹) und von gut 32 Mrd.
DM (Ruff, Volmer, Nowak, Meyer 2000²) berechnet
wurden, aber es gibt auch Stellungnahmen (z. B.
des DIW), dass die durch Rauchen verursachten
Gesamtkosten die Steuereinnahmen nicht
überschreiten.
¹ Weite, R., König, H-H. and Leidl, R. (2000).
The costs of health damage and productibity
losses attributable to cigarette smoking in
Germany." European Journal of Public Health,
1031-38. ² Ruff, L. K-, Volmer, T., Nowak, D.
and Meyer, A. (2000). The economic impact of
smoking in Germany." European Respiratory
Journal, 16 385-390.
19
Brief Koch Institut Seite 3
Diese genannten Beispiele sollen uns nicht davon
abhalten, weiterhin Vorschläge zu erarbeiten, um
ungesundes Verhalten über eine gesundheitsbedingte
Abgabe zu reduzieren und Maßnahmen zur
strukturellen Intervention zu entwickeln. Lieber
Herr Schendel, ich gebe die Studie außerdem noch
dem Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft
für Epidemiologie (dae) zur Kenntnis, damit auch
die epidemiologische Fachgesellschaft Ihre
Aktivitäten zur Kenntnis nehmen und auch
unterstützen kann.   Mit freundlichen Grüßen   im
Auftrag
Dr. Bärbel-Maria Kurth Dir'in und
Profin Leiterin der Abteilung für
Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Vo
rsitzende der Deutschen Arbeitsge meinschaft für
Epidemiologie (dae) Anlagen RKI-Studie
Kosten alkoholassoziierter Krankheiten"
Sonderband des Deutschen Krebsforschungszentrums
Handlungs- empfehlung für eine wirksame
Tabakkontrollpolitik in Deutschland"
20
(No Transcript)
21
Aus dem Deutschen Ärzteblatt Ausgabe 06.10.2000
    Tabaksteuer   Vage Hoffnung     Gibt es einen
Zusammenhang zwischen dem Rauchen, insbesondere
dem Zigarettenrauchen und der nationalen
Sicherheit? Die Antwort lautet eindeutig nein"
und doch wird der Zigarettenraucher demnächst
zusätzlich mit vier Pfennig pro Zigarette
belastet, um nationale Sicherheit zu finanzieren.
Nicht belastet werden alkoholische Getränke, ob
Bier, Wein oder Spirituosen. Hier dürfte
regionaler Widerstand von Politikern schwer zu
überwinden sein.   Gibt es einen Zusammenhang
zwischen Rauchen und Gesundheit? Die Antwort
lautet eindeutig ja". Missbrauch von Tabak und
Alkohol sind die größten selbst verschuldeten
Belastungen unseres Gesundheitswesens und dabei
insbesondere der Gesetzlichen Krankenversicherung
in Höhe von vielen Milliarden Mark.   Seit Jahren
wird gefordert, eine zusätzliche Steuer auf
Tabakwaren und auf alkoholische Getränke zu
erheben, um damit wenigstens zum Teil die
finanziellen Belastungen auszugleichen, die der
Gesetzlichen Krankenversicherung durch die Folgen
des Missbrauchs von Tabak und Alkohol entstehen.
So logisch diese Forderung auch ist, noch hat
keine Partei eine derartige Forderung in die
Haushaltsberatungen des Deutschen Bundestages
eingebracht.   Die Notwendigkeit, unsere
nationale Sicherheit zu stärken, ist unstrittig,
genau so unstrittig wie die Notwendigkeit, hierzu
Steuermittel zur Verfügung zu stellen. Das
probateste Mittel wäre die Umschichtung von
Haushaltsmitteln. Sollte dies nicht gewollt sein
- dass es möglich ist, dürfte außer Frage stehen
-, dann sollte zumindest ein logischer
Zusammenhang zwischen der Art der steuerlichen
Belastung und der Mittelverwendung erkennbar
sein. Das ist bei der Verwendung der Tabaksteuer
für die nationale Sicherheit nicht der Fall.
Einleuchtend jedoch wäre jedem Bürger eine
Erhöhung der Tabak- und Alkoholsteuer zur
Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Diese Steuer würde diejenigen treffen, die durch
ihr Verhalten die Krankenversicherung belasten.
Sie könnte im Nebeneffekt dazu beitragen, den
Konsum von Tabakwaren und alkoholischen Getränken
zu reduzieren.   Dürfen wir darauf noch
hoffen? Oder ist die Hoffnung nunmehr vergeblich
? Prof. Dr. med. Fritz Beske, MPH
22
(No Transcript)
23
Aus dem Tagesspiegel vom 1. Juni 2000
24
Aus dem Tagesspiegel vom 1. Juni 2000 Teil 2
DAS ENDE von Freiheit und Abenteuer - Plakat zum
heutigen Nichtrauchertag (Fotodpa)
ICH WILL nicht warten. Die Raucher werden immer
jünger.Die erste Zigarette probieren teilweise
schon 7-jährige. (FotoJens Börde)
25
Aus dem Tagesspiegel vom 1. Juni 2000 - Seite 3
26
(No Transcript)
27
(No Transcript)
About PowerShow.com